Agiles Arbeiten

Ein Zusammenspiel aus Framework und persönlicher Haltung

Von Clemens Immel, Senior Consultant /

Bei unserer Arbeit begegnet uns zunehmend der Begriff „agile“. Was auf den ersten Blick nach einer „Modeerscheinung“ aussieht, existiert tatsächlich bereits seit Jahrzehnten und hat viel Potenzial. „Agil“ zu sein bedeutet laut Duden „von großer Beweglichkeit zeugend“, also entlang der Wortbedeutung interpretiert in erster Linie, im Projektverlauf schnell und wendig (re-) agieren zu können. Das Ziel ist klar, der Weg dorthin jedoch nicht vorgegeben. Auf diese Weise kann ich beispielsweise schneller auf Umweltveränderungen reagieren und entwickele mein Produkt nicht am Ziel vorbei. Um dies zu erreichen, werden verschiedene Projektmethoden und – ablaufpläne (sog. Prozess-Frameworks) genutzt. Eines der bekanntesten ist „Scrum“.

Bin ich mit dem Aufsetzen eines solchen Frameworks schon „agile“? Nein. Wahrlich „agile“ zu sein ist eine Haltung, die ich nicht allein über aufgesetzte Strukturen und Prozesse etabliere, sondern allenfalls fördere und in der Wirkung multipliziere. Fehlen diese, können sie das Ausleben der Haltung selbstverständlich behindern, das reine Vorhandensein von Strukturen und Prozessen ist jedoch keine hinreichende Bedingung für Agilität. Die richtigen Prozesse und Strukturen sind enorm wichtig, da sie ein agiles Vorgehen stark fördern können, sie können es jedoch nicht verursachen. Setzen wir jedoch an unserem Mindset an und formen eine Unternehmenskultur, die ein agiles Arbeiten fördert, laufen Teams und Unternehmen mit Prinzipien wie Scrum zur Höchstform auf. Wenn Sie mit dem Gedanken spielen, mit Ihrem Unternehmen oder Ihrem Team „agile“ zu werden, prüfen Sie doch vorher anhand dieser Checkliste, ob Ihre Kultur agiles Arbeiten und entsprechende Frameworks unterstützt:

Bei uns…

…arbeiten wir eigenverantwortlich und treffen Entscheidungen, die wir in Taten umsetzen

 …fokussieren wir uns auf das, was wir beeinflussen können

…arbeiten wir lösungsorientiert

…arbeiten wir mit Offenheit und direktem persönlichen Kontakt

 …arbeiten wir auf der Basis gegenseitigen Vertrauens

…haben wir eine Fehlerumgangskultur, bei der Fehler offen angesprochen, gemeinsam gelöst und für die Zukunft verhindert werden

…geben wir uns konstant konstruktives positives sowie kritisches Feedback und fordern dies ein

… sind wir bereit, Rollen im agilen Framework hierarchieübergreifend zu besetzen

… können wir mit Unsicherheit und Ambivalenzen umgehen, beispielsweise indem wir einem Kunden ein unfertiges Produkt zeigen

Wenn Sie alles mit „Ja!“ beantworten konnten, können Sie loslegen. Wenn Sie bei einem oder mehreren Punkten „Nein“ oder „weiß ich nicht“ geantwortet haben, können Sie, Ihr Team und Ihr Unternehmen sehr davon profitieren, zeitgleich oder vor dem Etablieren eines agilen Frameworks bei Ihrer Unternehmenskultur anzusetzen und eine starke Basis für agiles Arbeiten zu schaffen.

 

Wir wünschen Ihnen eine agile Woche!

Ihr Manres-Team