Beherztes Handeln

Das Geheimrezept, um mit „gutem Gewissen“ jeden Veränderungsprozess zu verhindern

Von Maximilian Buyken, Principal /

Wenn Sie jemals in Ihrem Leben durch einen Transformationsprozess gegangen sind – persönlich oder in Ihrem Unternehmen – dann kennen Sie den Kontrast zwischen Aktivität und Untätigkeit bzw. Unterlassung. Es gibt diejenigen, die sich der Transformation und der Vision der Zukunft voll und ganz widmen und es gibt diejenigen, die bestenfalls abwartend „an der Seite sitzen“. Ein Zitat von Dr. Martin Luther King mag in diesem Zusammenhang vielleicht überzogen erscheinen: „Wer das Böse ohne Widerspruch hinnimmt, arbeitet in Wirklichkeit mit ihm zusammen“. Es verdeutlicht aber eines: Entgegen einer typischen menschlichen Neigung ist die Unterlassung eben nicht besser als die Handlung, die potenziell negative Folgen haben könnte.

Doch ist dies nicht genau der Grund dafür, warum viele Menschen in Transformationsprozessen untätig bleiben? „So schlimm ist es doch (noch) gar nicht“, „Diese Veränderung ist aber mit Risiken verbunden!“, „Was, wenn es nicht funktioniert und wir am Ende schlechter dastehen als vorher?“. Diese und ähnliche Dinge werden entweder offen ausgesprochen oder gedacht. Viel seltener sind hingegen Stimmen zu vernehmen wie „Es könnte durch unsere Untätigkeit bedeutend schlimmer werden!“, „Nichtstun ist mit einem erheblichen Risiko verbunden“ oder „Was, wenn wir durch entschiedenes Handeln bedeutend besser dastehen könnten als heute?“. Dies ist der Tatsache geschuldet, dass Menschen unter Unsicherheit eher zur Unterlassung neigen, wenn sie fürchten, ihre Handlungen könnten negative Folgen haben. Der Grund dafür ist wiederum, dass Menschen sich gemeinhin für die Folgen der Unterlassung weniger verantwortlich fühlen als für aktiv durch ihre Handlung herbeigeführte Folgen. Vielfache psychologische und philosophische (Gedanken-) Experimente bestätigen dies.  

In Transformationsprozessen führt dies unweigerlich zu einem drastischen Problem: Selbstverständlich sind die positiven Folgen nicht garantiert, selbstverständlich könnten die Bemühungen auch scheitern und das Ergebnis schlechter sein als die Ausgangslage. Wäre dem nicht so, wären Transformationsprozesse reine „Verwaltungsangelegenheiten“. Sie wissen sicher genauso gut wie wir, dass dem nicht so ist. Rein logisch und rational dürfte dann keine einzige Transformation begonnen werden! Was also können wir tun, um dieser allzu menschlichen Neigung zu begegnen?

Machen Sie deutlich, dass es so etwas wie „Nicht-Handeln“ oder „Nicht-Entscheiden“ nicht gibt: Auch eine Unterlassung ist eine Handlung und eine nicht getroffene Entscheidung ist eine Entscheidung zur Untätigkeit (s. Dr. King)

  • Verdeutlichen Sie, dass die Verantwortung für Unterlassung nicht geringer ist und ziehen Sie Konsequenzen
  • Leben Sie selbst Entschiedenheit, Mut und Handlungswillen (ohne blinden Aktionismus) vor
  • Belohnen Sie dies sichtbar und öffentlich bei anderen
  • Verbleiben Sie nicht auf der rationalen Ebene: Schaffen Sie Emotionen und Emotionalität. Emotionen (E-motion-en) bewegen!

Tun Sie all das bereits? Wie gehen Sie vor, um Emotionen zu schaffen und Momentum zu erzeugen? Welche Hindernisse standen Ihnen dabei bisher noch im Weg? Wie gehen Sie an diese heran?

Wir wünschen Ihnen eine bewegte und bewegende Zeit!

Ihr Manres-Team