Beliefs

Die Macht des Mindsets oder warum es sich lohnt, seine Gedanken zu überdenken

Von Anka Gsell, Consultant /

Wie denken Sie über den Alterungsprozess? Haben Sie Angst davor, älter zu werden? Verbinden Sie damit Falten, einen schlechteren Gesundheitszustand und sonstige Einschränkungen? Oder freuen Sie sich darauf, älter zu werden, neue Erfahrungen zu sammeln, Ihren Kindern beim Aufwachsen zuzuschauen und die Rente zu genießen?

Wenn Sie sich jetzt ein paar Minuten Zeit nehmen, um diesen Artikel zu lesen, können wir Ihnen versprechen, dass Sie dadurch möglicherweise Ihr Leben um mehr als 7 Jahre verlängern können!

Doch wie soll das gehen? Wir werden nicht zusammen Sport treiben oder Ihnen Tipps geben, wie Sie sich ernähren oder welchen allgemeinen Lebensstil sie pflegen sollten. Wie soll sich also Ihre Lebenserwartung steigern, „nur“ indem Sie einen Artikel lesen?

Genau darin liegt das Geheimnis verborgen. Alles, was sich in unserem Kopf abspielt, hat einen starken, objektiv messbaren Einfluss auf unsere Physiologie. Immer mehr Forschungsergebnisse bekräftigen diese Tatsache und die positive Psychologie macht sich genau dies zunutze.

Studien haben den Einfluss des „Mindsets“ (= Denkmuster, Einstellung) in Bezug auf das Altern untersucht, beispielsweise indem das Leben von 660 Menschen miteinander verglichen wurde (1). Eine positive Einstellung zum Altern führte dabei (unter anderem auch durch den damit verbundenen gesteigerten Lebenswillen und damit einhergehenden Entscheidungen) zu einer höheren Lebenserwartung von bis zu 7 ½ Jahren. Dieser Effekt war dabei unabhängig von Faktoren wie Geschlecht, sozioökonomischer Status, Einsamkeit oder Gesundheit.

Spätestens diese Erkenntnis sollte uns wachrütteln. Unsere Einstellung hat also wirklich einen schwerwiegenden, objektiven Einfluss auf unser Leben. Kommen wir auf unsere Frage vom Anfang des Artikels zurück. Wie denken Sie über das Älterwerden? Wenn Sie ein positives Bild über den Alterungsprozess haben, können wir Ihnen demnach gratulieren! Doch was, wenn dies nicht der Fall ist, wenn Sie noch kein positives Bild mit dem Altern verbinden? „Einfach umdenken?“ Das ist leichter gesagt als getan. Was könnte Ihnen dabei helfen?

Der Großteil unserer Gedankenmuster fliegt unter dem Radar. Das heißt, wir sind uns gar nicht darüber bewusst, welche automatischen Bewertungen greifen und welchen Einfluss diese auf uns ausüben. Der erste Schritt besteht demnach darin, sich darüber bewusst zu werden. In einem zweiten Schritt, können wir uns dann fragen: Warum glaube ich das? Wie könnte ich das Ganze auch anders bewerten?

Wenn Sie nun also vermuten oder reflektiert haben, dass Sie nicht besonders positiv über den Alterungsprozess denken, ist der erste Schritt getan. Fragen Sie sich nun: „Wo kommt diese Einstellung her? Was verbinde ich mit dem Alter(n)?“ Überlegen Sie dann: „Was könnte das Alter auch Positives für mich mit sich bringen (z. B. Kinder und Enkel aufwachsen sehen, Mentor werden, Spuren hinterlassen, wertvolle Erfahrungen sammeln, reifer und weiser werden)?“. So finden Sie selbst Ihre maßgeschneiderte Antwort auf diese Frage, die zur Erhöhung Ihrer Lebenserwartungen beitragen kann. Diese einmalige Erkenntnis reicht jedoch nicht aus, um eine nachhaltige Veränderung zu bewirken. Wenn Sie jedoch immer wieder die Bewusstheit suchen und dauerhaft an Ihrem Mindset arbeiten, haben Sie die Chance, von den positiven Auswirkungen zu profitieren. Sie werden feststellen, dass aus geänderten Einstellungen auch neue Verhaltensweisen entstehen werden, die zu Ihrem Glück und Ihrer Gesundheit beitragen werden.  

Das hört sich nach viel Aufwand an. Aber es lohnt sich, denn erstens können Sie dadurch fundamentale, positive Auswirkungen auf Ihr gesamtes Leben erzielen. Und zweitens können Sie diese Erfahrung und Erkenntnis auch auf andere Bereiche übertragen. Wie denken Sie beispielsweise über Fragen wie: Was glaube ich über mich (ich bin…)? Was glaube ich über mein Umfeld? Welchen Einfluss hat meine Denkweise? Will ich so denken? Wie könnten förderlichere Gedankenmuster für mich aussehen?

Damit sind wir an einem Kernbaustein der Persönlichkeitsentwicklung angekommen: Uns selbst auf die Schliche zu kommen, uns selbst gegenüber neugierig und ehrlich zu sein und uns damit die Möglichkeit zu schaffen, bewusst an uns zu arbeiten und uns persönlich weiterzuentwickeln.

 

Dazu laden wir Sie ein und wir wünschen Ihnen Freude daran, in den kommenden sieben Tagen wieder eine Woche älter zu werden.

Ihr Manres Team

 

Quellen:

(1) Levy, BR, Slade, MD, Kunkel, SR & Kasl, SV (2002). Langlebigkeit erhöht durch positive Selbstwahrnehmung des Alterns. Zeitschrift für Persönlichkeits- und Sozialpsychologie ,  83 , 261.