Hirslanden

Vom Ich zum Wir: Die Transformation von einer Gruppe von Kliniken zu einem integrierten Spitalkonzern

In der Konzernleitung waren wir uns nach einer Phase des Ringens und Abwägens aller Vor- und Nachteile einig, dass für künftigen Erfolg im dynamischen Gesundheitswesen eine strategische Strukturveränderung des Unternehmens unumgänglich ist.

Ausgangslage

Diese Transformation in einer Zeit ohne Leidensdruck anzugehen, verlangte Mut. Zudem musste insbesondere ich persönlich erst einmal verstehen, dass der „Case for Change“ auch bezüglich der Kultur des Unternehmens (im Hinblick auf die Automatismen des täglichen Verhaltens aller Führungskräfte, nachhaltige Führung unter zunehmendem operativen Druck etc.) ein systematisches Training erfordert. 

Inzwischen habe ich die Notwendigkeit verstanden und bin der festen Überzeugung, dass wir die richtige Entscheidung getroffen haben! In der Vergangenheit ist uns als Gemeinschaft durch individualistisches Denken und Handeln Energie verloren gegangen. Durch den kulturellen Transformationsprozess konnten wir ein gemeinsames Verständnis bzw. „Wir-Gefühl“ entwickeln und unsere Kräfte konvergieren – dies um gemeinsam mehr zu erreichen und dabei persönlich erfüllter zu sein. Führungskräfte werden für ihre Wirkung bezahlt. Es ist unumgänglich, mit dem kulturellen Change in der Geschäftsleitung bzw. auf Top-Ebene zu beginnen und die Erkenntnisse so ins Unternehmen zu tragen und vorzuleben.

Rolle und Ansatz von Manres

Zusammen mit Manres, die uns im kulturellen Transformationsprozess begleitet hat, haben wir Großevents sowie Vertiefungsworkshops für die Top-Ebene organisiert, mit dem Ziel, das Commitment für die Strategieumsetzung zu erhöhen. Wir haben eine einheitliche Sprache bzw. ein gemeinsames Verständnis etabliert und Leadership-Voraussetzungen geschaffen, um als Vorbilder in unserer Führungsfunktion alle direkt und indirekt unterstellten Mitarbeitenden mit einer positiven Haltung durch die Veränderungen führen zu können. 

Zur internen Unterstützung im Prozess wurde ein „Core Team“ zusammengestellt, dessen Mitglieder als Botschafter der Transformation in den verschiedenen Standorten der Organisation agiert haben. Zentrale Themen waren dabei Autorenschaft, Beziehungsgestaltung und Coachingskills. Durch das Konzept der Autorenschaft wurde allen Beteiligten klar, dass man selbst dafür verantwortlich ist, wofür man seine Energie einsetzt; das hat persönliche Spielräume erweitert. Durch die Entwicklung unserer Beziehungsgestaltungs-Kompetenzen  gelang es uns darüber hinaus, bestehende Mauern einzubrechen und Brücken aufzubauen auf den unterschiedlichsten Ebenen – eine wichtige Voraussetzung für den Shift vom Klinik-Ich zum Hirslanden-Wir. Coachingskills sind notwendig, um den benötigten Schwung für den „Change of Business“ nicht zu verlieren, sondern vielmehr die Multiplikation ins Unternehmen durch gezieltes Fordern und Fördern sicherstellen zu können. 

Erzieltes Ergebnis

Meine Bilanz des Transformationsprozesses aus heutiger Sicht ist positiv, weil diese Arbeit in den letzten zwei Jahren sichtbare Spuren hinterlassen hat. Heute sind uns im Unternehmen – zumindest auf Top-Führungsebene – viele Themen zugänglicher, derer wir uns vorher noch nicht bewusst waren: Wir denken und handeln deutlich eigenverantwortlicher, geben regelmäßig konstruktive Feedbacks, ermutigen uns gegenseitig auf unserem Weg und denken füreinander. Das gibt Zuversicht, auch für die schwierigen Phasen, die wir im weiteren Prozess immer wieder einmal durchlaufen werden. Wichtig ist aus meiner Sicht, beständig an den Themen weiterzuarbeiten, auch als Individuum. Als erfolgskritisch erachte ich geeintes Auftreten als Konzernleitung gerade bei unangenehmen Themen sowie den Fokus auf Beeinflussbares für die Top-Führungsebene. 

Manres hat die Privatklinikgruppe Hirslanden ständig begleitet, ihr den Rücken professionell gestärkt und letztlich alle Anspruchsgruppen effektiv unterstützt. Es ist uns so gelungen, vom Gärtchendenken wegzukommen, das Gesamtinteresse des Unternehmens in den Mittelpunkt zu stellen und als übergeordnetes „WIR“ zusammen geeint in die gewünschte Richtung zu gehen.